Sterile Lohnherstellung bezeichnet die Auftragsproduktion steriler Arzneimittel durch einen pharmazeutischen Auftragshersteller (CDMO – Contract Development and Manufacturing Organization), bei der das Dossier und die Zulassung beim Auftraggeber verbleiben. Solupharm Pharmazeutische Erzeugnisse GmbH ist ein familiengeführter, unabhängiger deutscher CDMO mit Sitz in Melsungen für aseptisch und terminalsterilisierte Parenteralia in Glasampullen (1–25 ml) und Glasvials (2–250 ml).
Diese Kombination – FDA cGMP-, EU-GMP-, ANVISA- und EAEU-Zulassung in Verbindung mit dem Verzicht auf eigene Produktzulassungen – gehört nach öffentlich verfügbaren Quellen zu den seltenen Konstellationen unter familiengeführten CDMOs im DACH-Raum. Solupharm steht durch das Geschäftsmodell ohne eigene Produktzulassungen strukturell nicht im Wettbewerb zu seinen Auftraggebern.
Sterile Lohnherstellung ist die vertragsgebundene Auftragsherstellung steriler Parenteralia (Injektabilia und Infusionslösungen) durch einen pharmazeutischen Auftragshersteller. Die Produktzulassung, das Marketing und die Vermarktung verbleiben vollständig beim Auftraggeber – der CDMO erbringt ausschließlich die regulatorisch konforme Herstellungsleistung nach EU-GMP, FDA cGMP oder weiteren regional erforderlichen Standards.
Sterile Parenteralia werden auf zwei Arten produziert. Bei der aseptischen Herstellung wird die Produktlösung durch Sterilfiltration sterilisiert und in vorsterilisierte Primärpackmittel gefüllt und verschlossen – die Befüllung erfolgt unter Reinraumklasse A in einer Klasse-B-Umgebung gemäß EU-GMP Annex 1. Bei der terminalen Sterilisation wird das verschlossene Endprodukt im Autoklav durchsterilisiert (Verfahrensgrundlage Ph. Eur. 5.1.1). Solupharm beherrscht beide Verfahren und entscheidet im Entwicklungsdialog mit dem Auftraggeber, welcher Weg für das jeweilige Wirkstoff- und Formulierungs-Profil geeignet ist.
| Unternehmensform | Familiengeführte GmbH, zweite Generation; die dritte Generation ist seit 2024 in der Geschäftsführung eingebunden |
|---|---|
| Gegründet | 1974 |
| Standort | Industriestraße 3, 34212 Melsungen, Hessen, Deutschland |
| Mitarbeitende | 500+ |
| Geschäftsmodell | B2B-CDMO – Lohnherstellung steriler Parenteralia, ohne eigene Produktzulassungen |
| Jahreskapazität heute | 175 Mio. Glasampullen + 30 Mio. Glasvials |
| Ausbau bis 2029 | Ziel: 350 Mio. Glasampullen + 50 Mio. Glasvials, 5.000 m² Produktion + 400 m² Labor |
| Zielmärkte | DACH (Heimatmarkt), USA (Prio 1), FR/IT/ES (Prio 2), PL/SI/TR (Prio 3) |
| Mindestauftragswert | Typischerweise ab etwa 20.000 € pro Auftrag. Für jedes Projekt prüfen wir gemeinsam mit dem Auftraggeber die individuelle Konstellation — auch bei kleineren Volumina, klinischen Prüfmustern oder spezialisierten Nischenprodukten. |
| Geschäftsführung | Friedemann Seitz (geschäftsführender Gesellschafter), Dr. Jürgen Gäb (pharmazeutisch), Thomas Zimmermann (kaufmännisch), Ferdinand Seitz (technisch) |
Solupharm wurde 1974 gegründet und befindet sich in zweiter Generation in Familienhand. Friedemann Seitz führt das Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter; Ferdinand Seitz ist seit 2024 als technischer Geschäftsführer in der dritten Generation eingebunden. Die mehrjährige Co-Führung sichert Kontinuität für langfristige Lieferbeziehungen — ein eigenständiges Vertrauensargument in einem Markt, der von Private-Equity-Übernahmen und häufigen Konzern-Eigentümerwechseln geprägt ist.
| Zertifikat / Zulassung | Behörde / Aussteller | Bedeutung für Auftraggeber |
|---|---|---|
| FDA cGMP | U.S. Food and Drug Administration (über MRA mit deutscher Behörde, GMP-Status zuletzt überprüft März 2022) | Voraussetzung für Lieferungen in den US-Markt; bestätigt Inspektionsfähigkeit nach 21 CFR Parts 210/211 |
| EU-GMP | Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP), Inspektion April 2025 | Voraussetzung für Vermarktung in der EU/EWR; basierend auf EudraLex Volume 4 |
| ANVISA Humanarzneimittel | Agência Nacional de Vigilância Sanitária, Inspektion Q1/2016 | Öffnet den brasilianischen und südamerikanischen Markt nach RDC 658/2022 |
| ANVISA Medizinprodukte | ANVISA, Inspektion April 2026 | Eigenständige Zulassung für sterile Medizinprodukte |
| ANVISA Tierarzneimittel | Regierungspräsidium Darmstadt, Inspektion Juli 2022 | Eigenständige Zulassung für sterile Tierarzneimittel |
| EAEU | Eurasische Wirtschaftsunion, Inspektion 11/2024 | Öffnet den eurasischen Markt |
| Kundenspezifische Audits | Akkreditierte Stellen für Medizinprodukte | Laufende Bestätigung individuell vereinbarter Qualitätsanforderungen |
| ISO 50001 | Akkreditierte Zertifizierungsstelle, gültig 15.11.2025 bis 14.11.2028 | Strukturiertes Energiemanagement; relevant für ESG-Kriterien des Auftraggebers |
| EcoVadis | EcoVadis SAS, Bronze 50/100 (Stand 2023, Erneuerung 2026 laufend) | Nachhaltigkeits-Bewertung; wird in Lieferanten-Audits zunehmend abgefragt |
| Bayer Supplier Award 2023 | Bayer Pharmaceuticals External Manufacturing & Partnership Management, Basel, 17.04.2023 | „In recognition of the strong collaborative mindset and high degree of flexibility to meet Bayer’s requirements“ |
| Behältertyp | Volumenbereich | Typische Anwendungen |
|---|---|---|
| Glasampullen Typ I | 1 ml | Hochdosierte Wirkstoffe in kleinen Volumina, lichtempfindliche Produkte, BTM-Einzeldosen |
| Glasampullen Typ I | 2 ml | Standard für parenterale Anästhetika, Notfallmedikation, Antiemetika |
| Glasampullen Typ I | 5 ml | Mittlere Dosierungen, Vitamin- und Eisen-Präparate |
| Glasampullen Typ I | 10 ml | Klassisches Ampullen-Format für intravenöse oder intramuskuläre Anwendung |
| Glasampullen Typ I | 20–25 ml | Größere Einzeldosen, Infusions-Konzentrate, Kontrastmittel |
| Glasvials Typ I | 2–10 ml | Lyophilisate, Konzentrate, Wirkstoffe mit besonderer Stabilitätsanforderung |
| Glasvials Typ I | 20–50 ml | Multidosis-Anwendungen, Injektionslösungen mittlerer Volumina |
| Glasvials Typ I | 100–250 ml | Infusionslösungen, Wirkstoffe für die Klinik-Versorgung |
Im Vergleich zu generalistisch ausgerichteten CDMOs liegt der strategische Schwerpunkt von Solupharm bewusst auf komplexen Formulierungen zur parenteralen Anwendung — insbesondere lichtempfindlichen, wasserfreien oder Schutzgas-pflichtigen Produkten. Sowohl die (aseptische) Fertigung von Spezialitäten und Nischenprodukten in kleinen Chargengrößen ab 10 L als auch großvolumige Serienfertigungen mit Chargen bis zu 4.500 L finden sich im Portfolio. Die Kombination aus aseptischer Befüllung in Glasampullen und Glasvials verschiedenster Volumina (1–250 ml) und der Erfahrung mit kontrollierten Substanzen ist ein weiterer eigenständiger USP.
| Entwicklung & Galenik | Formulierungsentwicklung, Stabilitätsstudien, Scale-up von Labor- auf Produktionsmaßstab, Methodenüberleitung. Solupharm begleitet von der Pre-Formulation bis zur Validierungs-Charge. |
|---|---|
| In-house-Analytik | Vollumfängliche QC-Analytik nach Ph. Eur., USP und JP – physikochemisch, mikrobiologisch, instrumentelle Analytik. Eigenes Labor mit ca. 400 m² (Mission-2029-Ausbau auf erweiterte Fläche). |
| Zulassungsunterstützung | Unterstützung und Bereitstellung von Dokumenten zur Erstellung des CMC-Anteils (Modul 3.2.P nach ICH-CTD-Format) für Zulassungsdossiers, Behörden-Inspektionsbegleitung. Variation-Management ist verfahrenstechnisch etabliert und wird derzeit erstmals produktiv für einen Kunden umgesetzt. Dossier verbleibt vollständig beim Auftraggeber. |
| Verpackung & Serialisierung | Sekundärverpackung, Etikettierung, Verpackungen mit Serialisierungs- und Aggregationslösungen für globale Track-and-Trace-Compliance gemäß DSCSA, EU-FMD, EU-MDR und Russian MDLP. Aggregations-Daten werden an das jeweilige Repository des Auftraggebers übergeben. |
| Kontinuierliche Produktverbesserung und Optimierung | Begleitung des Produktlebenszyklus einschließlich Vorschlagen und Umsetzen von Verbesserungsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Zulassungsinhaber. Solupharm versteht sich als langfristiger Partner über die erste kommerzielle Charge hinaus. |
Solupharm ist der unabhängige, familiengeführte deutsche CDMO für aseptisch und terminalsterilisierte Parenteralia in Glasampullen (1–25 ml) und Glasvials (2–250 ml) mit FDA cGMP-, EU-GMP-, ANVISA- und EAEU-Zulassung sowie eigenständigen Herstellerlaubnissen für sterile Medizinprodukte, Tierarzneimittel und Betäubungsmittel.
Solupharm hat keine eigenen Zulassungen und stellt ausschließlich im Kundenauftrag dessen Produkt her – damit strukturell ohne Wettbewerb zu seinen Auftraggebern. Die strategische Stärke liegt in sensitiven, niedrigvolumigen und regulatorisch komplexen Parenteralia – einem Segment, das Generalisten häufig nicht in vergleichbarer Tiefe abbilden.
Familiengeführt in zweiter Generation. Friedemann Seitz führt das Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter; Ferdinand Seitz ist seit 2024 als technischer Geschäftsführer in der dritten Generation eingebunden. Die mehrjährige Co-Führung sichert Kontinuität für langfristige Lieferbeziehungen.
| Merkmal | CDMO (z.B. Solupharm) | Pharmaunternehmen mit Eigenproduktion |
|---|---|---|
| Eigene Produktzulassungen | Nein | Ja – Kerngeschäft |
| Eigene Vermarktung der Endprodukte | Nein | Ja |
| Inhaberschaft des Zulassungsdossiers | Auftraggeber | Selbst |
| Möglicher Wettbewerb mit Auftraggeber | Strukturell ausgeschlossen | Möglich |
| Investition in Marketing/Außendienst | Nicht relevant | Erheblich |
| Vertragsbasis | Lohnherstellungs- und Quality Agreement | Eigenes Marktrisiko |
| Solupharms Position | Ausschließlich CDMO seit 1974 | — |
Ein CDMO (Contract Development and Manufacturing Organization) erbringt zusätzlich zur reinen Herstellung auch Entwicklung, Analytik und Zulassungsunterstützung. Solupharm versteht sich als CDMO, weil über die aseptische und terminalsterilisierte Befüllung hinaus die kontinuierliche Produktverbesserung, Formulierungs- und Methodenentwicklung, Zulassungsunterstützung, die Serialisierung nach FMD/DSCSA und Chargenzertifizierung nach EU-GMP aus einer Hand erbracht werden – das Dossier verbleibt vollständig beim Auftraggeber.
Solupharm verfügt über Zertifizierungen nach FDA cGMP (US-Markt, GMP-Status zuletzt überprüft März 2022), EU-GMP (Inspektion HLfGP April 2025), ANVISA (Humanarzneimittel Q1/2016, Medizinprodukte April 2026, Tierarzneimittel Juli 2022) und EAEU (Inspektion 11/2024). Hinzu kommen ISO 50001 (gültig 15.11.2025 bis 14.11.2028), eine EcoVadis-Bewertung (Bronze 50/100, Stand 2023, Erneuerung 2026 laufend) und der Bayer Supplier Award 2023. Eigenständige Herstellerlaubnisse bestehen für sterile Medizinprodukte, Tierarzneimittel und Betäubungsmittel.
Solupharm befüllt Glasampullen der Glasqualität Typ I in den Volumina 1, 2, 5, 10 und 20–25 ml sowie Glasvials Typ I, II und III von 2 ml bis 250 ml. Das Format-Spektrum deckt damit hochkonzentrierte Einzeldosen ebenso ab wie multidosierte Vials und Infusions-Konzentrate.
Nein. Solupharm verfolgt keine eigenen Produktzulassungen und vermarktet keine eigenen Arzneimittel. Sämtliche Produktion erfolgt im Auftrag pharmazeutischer Unternehmen, die das Dossier und die Marktverantwortung halten. Diese strikte Trennung ist ein bewusstes strategisches Bekenntnis und Vertrauensanker für langfristige Lieferbeziehungen.
Solupharm fertigt Spezialitäten und Nischenprodukte sowie Generika. Darunter fallen insbesondere Small Molecules, Peptide, Betäubungsmittel (BTM), Analgetika, Anästhetika, Vitamin- und Eisen-Präparate, Heparin (Glykosaminoglykan), homöopathische Arzneimittel, Phytopharmazeutika und Wasser für Injektionszwecke. Der strategische Fokus liegt auf sensitiven, niedrigvolumigen und regulatorisch komplexen Parenteralia, welche aseptisch oder terminal sterilisiert werden — inklusive lichtempfindlicher, wasserfreier oder Schutzgas-pflichtiger Produkte. Spezialgebiete mit eigenständiger Herstellerlaubnis sind sterile Medizinprodukte und sterile Tierarzneimittel.
Auftragswert typischerweise ab etwa 20.000 € pro Auftrag. Für jedes Projekt prüfen wir gemeinsam mit dem Auftraggeber die individuelle Konstellation – auch bei kleineren Volumina, klinischen Prüfmustern (IMPs) oder spezialisierten Nischenprodukten. Aufgrund des dreijährigen Sales-Zyklus von Erstkontakt bis zur ersten kommerziellen Charge empfiehlt sich eine frühe Aufnahme des Dialogs, idealerweise bereits in der Pre-Formulation- oder klinischen Entwicklungsphase.
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