Wissenswertes

Ausbildung 2021

01.08.2021

WIR HEISSEN UNSERE NEUEN AZUBIS WILLKOMMEN UND GRATULIEREN GLEICHZEITIG UNSEREN AUSGELERNTEN AZUBIS ZUR ERFOLGREICH BESTANDENEN PRÜFUNG!

Für 13 Auszubildende beginnt zum 01.08.2021 ein neuer Lebensabschnitt – ihre Ausbildung bei der Solupharm Pharmazeutische Erzeugnisse GmbH!

Die Förderung und Ausbildung junger Menschen gehört seit jeher zu den Grundpfeilern unserer Unternehmensphilosophie. Wir freuen uns, unsere neuen Azubis auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Allen Auszubildenden wünschen wir einen angenehmen Start in das Berufsleben und viel Erfolg bei ihrer Ausbildung in unserem Unternehmen.

Maschinen- und Anlagenführer/innen (1.Ausbildungsjahr): Selina Hartung, Florian Pruin, Julian Mager, Aryan Tasdighi, Umut Gün, Pascal Schneider, Phoebe Schneider, Lara Schäfer
Chemielaborant/in (1.Ausbildungsjahr): Thorben Lohmüller, Jan-Erik Winkelmann, Jonathan Löschner, Lisa-Marie Haag
Industriekauffrau: Angela Bauer (Ausbilderin), Helene Dohnal (3.Ausbildungsjahr), Melina Reuber (1. Ausbildungsjahr)

Zusätzlich möchten wir unseren ausgelernten Azubis zu ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung gratulieren!

Alle ehemaligen Auszubildenden freuen sich gemeinsam über ihre Übernahme bei der Solupharm. Wir wünschen allen Auszubildenden, dass auch die kommenden Aufgaben so hervorragend gemeistert werden. Ein herzliches Dankeschön richtet sich ebenso an unsere Ausbilder, die erneut durch ihr außerordentliches Engagement zum Erfolg beigetragen haben!

Wir freuen uns weiterhin auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit!

Chemielaborantin: Paula Börner
Maschinen- und Anlagenführerinnen: Lisa-Marie Lind, Celina Hahn
Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung: Dominik Peter

Auch Mitarbeiterzahl wird steigen

HNA vom 19.05.2021

SOLUPHARM INVESTIERT 40 MILLIONEN EURO IN ERWEITERUNG: VERDOPPELUNG DER PRODUKTION BIS 2029

Melsungen – Wer von Melsungen in Richtung Spangenberg fährt, dem wird die große Baustelle bei Adelshausen wohl bereits aufgefallen sein. Unweit des bestehenden Firmengebäudes investiert das Melsunger Unternehmen Solupharm 40 Millionen Euro für in Produktion und Lager. Bis Ende 2023 soll sich die Grundfläche von Solupharm von 5.000 auf 10.000 Quadratmeter verdoppelt haben.

Auf der Solupharm-Baustelle: von links Architekt Volker Wenz, Geschäftsführer Friedemann Seitz und Technischer Leiter Hans Wattrodt. Im Hintergrund sieht man den aufgeschütteten Lärm- und Sichtschutzwall, der für Adelshausen errichtet wird. © Carolin Hartung

Auch die Mitarbeiterzahl soll steigen, sagt Geschäftsführer Friedemann Seitz. Bis 2029 sollen 600 Menschen bei Solupharm beschäftigt sein. Derzeit arbeiten 450 für das Melsunger Unternehmen.

Die Vergrößerung sei mehr als notwendig, sagt Friedemann Seitz. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze angekommen.“ Das zeigt sich auch seit der Coronapandemie. Die Nachfrage nach Produkten von Solupharm sei so groß, dass das Melsunger Unternehmen diese gar nicht decken könne. Im Gebäude in den Pfieffewiesen produziert Solupharm Infusions- und Injektionslösungen – und das derzeit für 100 Kunden weltweit – darunter zahlreiche namhafte internationale Firmen.

Wer beim Arzt eine Spritze bekomme, könne mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Inhalt in Melsungen produziert wurde, so Seitz. Besonders gefragt seit der Pandemie seien Muskelrelaxantien zur Entspannung der Skelettmuskulatur und Betäubungsmittel, die Covid-Patienten erhalten, die beamtet werden müssen. Auch Vitaminlösungen seien gefragt. Auf der anderen Seite sei jedoch zeitweise die Nachfrage nach Schmerzmitteln, die bei Standardoperationen verwendet würden, zurückgegangen, erklärt Hans Wattrodt, der Technische Direktor.

Und zwar deshalb, weil seit der Coronapandemie Standardoperationen beziehungsweise elektive Eingriffe hinten angestellt würden, um die Betten vor allem für Coronapatienten verfügbar zu haben.

Von einer Nutzfläche von derzeit 12.000 Quadratmetern vergrößert sich Solupharm mit dem Anbau um 10.000 auf 22.000 Quadratmeter. Auf 2.000 Quadratmetern wird ein Reinraum für die Produktion entstehen. In solchen Räumen wird die Luft speziell gefiltert, damit unter höchsten Hygienebedingungen und ohne störende Partikel in der Luft die Lösungen hergestellt werden können. Im Reinraum werden auch spezielle Fußböden und Wände verbaut. Neben 2.500 Quadratmetern für die Befüllung ist auch ein Bereich für die Verpackung vorgesehen. Solupharm etikettiert auch vor Ort. Melsungen ist einzige Produktionsstätte.

Für den Anbau wurden knapp 30.000 Kubikmeter Erde abgetragen, die hinter dem Gebäude in Richtung Adelshausen zu einem Wall aufgeschüttet wurden. Dieser wird noch begrünt, sagt Architekt Volker Wenz, der seit 13 Jahren die Bauprojekte bei Solupharm begleitet. Für das Unternehmen ist es die siebte Erweiterung. Der Wall soll den Adelshäusern als Lärm- und Sichtschutz dienen. Die Produktion an sich ginge zwar leise vonstatten, jedoch gebe es Lastwagenverkehr. Die Firmen, die die Bauarbeiten ausführen, seien überwiegend aus der Region, sagt Wenz. „Überall, wo es möglich ist, haben wir lokale Unternehmen im Einsatz.“

Die jüngste Erweiterung des bestehenden Gebäudes wurde Ende 2020 fertiggestellt. Die Gebäudeteile, in dem Büroräume und die mikrobiologische Abteilung untergebracht sind, wurden um je ein Stockwerk erweitert. Ende dieses Monats sollen die Hochbau-Arbeiten für den Anbau starten und wenn alles gut läuft, sollen schon in eineinhalb Jahren die ersten Medikamente im neuen Gebäude hergestellt werden. (© HNA: Carolin Hartung)

Zum HNA-Bericht vom 19.05.2021

Ausbildung 2020

01.08.2020

WIR HEISSEN UNSERE NEUEN AZUBIS WILLKOMMEN UND GRATULIEREN GLEICHZEITIG UNSEREN AUSGELERNTEN AZUBIS ZUR ERFOLGREICH BESTANDENEN PRÜFUNG!

Neue Gesichter bereichern seit dem 01.08.2020 die Solupharm Pharmazeutische Erzeugnisse GmbH! Eine fundierte Ausbildung ist die optimale Basis für die Zukunft. Aus diesem Grund hat die Ausbildung junger Leute in unserem Unternehmen einen hohen Stellenwert. Eine Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft. Wir wollen für die zukünftigen Aufgaben gerüstet sein und legen großen Wert auf den eigenen Fachkräfte-Nachwuchs. Daher freuen wir uns sehr über unsere 11 neuen Auszubildenden und wünschen ihnen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben!

Maschinen- und Anlagenführer: Hanna Friedrich, Burak Kaya, Simon Hofmann, David Enns, Andi Gashi, Ricardo Groß, Marvin Moldenhauer, Emircan Kirik, Armin Tasdighi

Chemielaborant: Christian Nolte, Fil Klosse

Neben ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung dürfen sich alle ausgelernten Azubis gemeinsam über ihre Übernahme bei Solupharm freuen. Alle 9 Auszubildenden haben ihre praktische Prüfung mit einer glatten 1 absolviert; eine großartige Leistung der Auszubildenden aber auch ihrer Ausbilder der Firma Solupharm, die es verstanden haben, das notwendige Wissen verständlich zu vermitteln. Somit reiht sich auch dieser Jahrgang ein in die Reihe erfolgreicher Ausbildungsjahrgänge, die die Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen haben. Auch wir sind sehr glücklich, dass sich unsere Azubis dazu entschieden haben, uns weiterhin treu zu bleiben und gratulieren ihnen recht herzlich zur bestandenen Prüfung.

Maschinen- und Anlagenführer: Elena Weigelt, Mohammed Adnan Malas, Mohammed Hisham Alsyada, Roman Tokmakow, Münir Kaya (nicht auf dem Bild)

Chemielaborant: Dennis Westphal, Daniel Fritsche, William Luft

Industriekaufmann: Niklas Laser (nicht auf dem Bild)

1. Reihe v.l.: Frau Angela Bauer (Ausbilderin Industriekaufmann/frau), Frau Sonja Schmidt (Leitung Personal), Herr Emanuel Ritthaler (Ausbilder Maschinen- und Anlagenführer/in), Herr Ingo Mombach (Ausbilder Maschinen- und Anlagenführer/in -nicht auf dem Bild-), Herr Stefan Becker (Ausbilder Chemielaborant/in -nicht auf dem Bild-)

Melsunger Unternehmen Solupharm produziert Infusionen und Injektionen

Steriles aus Familienhand

HNA vom 25.09.2017

Friedemann Seitz, im Bild am Firmensitz in Melsungen, ist der Chef von Solupharm.
Am Haupteingang: Friedemann Seitz, im Bild am Firmensitz in Melsungen, ist der Chef von Solupharm. Der Lohnhersteller produziert Arzneien in Ampullen. 400 Mitarbeiter sind bei dem Unternehmen beschäftigt.© C. Hartung

Melsungen. 165 Millionen Ampullen und 20 Millionen Glasflaschen werden 2017 an der Industriestraße in Melsungen mit Infusions- und Injektionslösungen befüllt und verschickt. Dort sitzt die Firma Solupharm.

Seit über 40 Jahren gibt es den Familienbetrieb, dessen größter Auftraggeber einst die B. Braun Melsungen AG war. In einer der modernsten Fertigungsanlagen in Deutschland entstehen Parenteralia, sterile Lösungen, die in Glasampullen und Glasflaschen abgefüllt werden.

„Wir produzieren für mehr als 100 Kunden weltweit Infusions- und Injektionslösungen“, sagt Friedemann Seitz (56), Eigentümer in der zweiten Generation. Und das macht der Lohnhersteller mit Auszeichnung: Das Unternehmen ist unter anderem FDA-zertifiziert. Die FDA (Food and Drug Administration USA), ist die behördliche Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten. Einer der strengen Ermittler adelte Solupharm zum Abschluss der Untersuchung mit der Aussage: „Ich würde ihre Produkte meinen Kindern geben.“

Seitz und Solupharm bleiben gern im Hintergrund: Im Auftrag von klein- und mittelständischen Betrieben bis hin zu Großkonzernen stellt das Unternehmen die sterilen Arzneien her und füllt sie ab. Die Produktgruppen reichen von homöopathischen Lösungen bis zu hochsensiblen Wirkstofflösungen.

Das nordhessische Unternehmen – bei dem 400 Mitarbeiter beschäftigt sind – erweitert stetig seinen Standort. Im Jahr 2017 wurde der fünfte Erweiterungsbau fertiggestellt. Zehn Millionen Euro investierte Solupharm in Logistik und Verpackung. Im Frühjahr kommenden Jahres soll der sechste Erweiterungsbau folgen – ebenfalls für zehn Millionen Euro.

„Der Bedarf an sterilen Arzneimitteln wird weltweit steigen“, sagt Seitz. Zahlreiche Firmen stünden zudem derzeit in Verhandlung mit dem Melsunger Unternehmen. Sie wollen ihre Produkte Solupharm anvertrauen, sagt Seitz. „Getriggert wird diese Entwicklung durch zahlreiche, kostenintensive behördliche Auflagen, die es zu erfüllen gilt und die die Kunden von Solupharm nicht mehr bewältigen können oder wollen.“ Der Umsatz beträgt derzeit 45 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote ist mit 90 Prozent ausgezeichnet.

Die Keimzelle von Solupharm ist an der Bahnhofstraße in Melsungen. Von dort zog das Unternehmen 2005 ins Industriegebiet Pfieffewiesen um. Am alten Standort betreibt Eva Seitz die Aesculap-Apotheke. 1964 gründete ihr Vater dieselbe und aus ihr ging das Unternehmen Solupharm hervor. Friedemann Seitz bereitet bereits die Überleitung des Unternehmens auf die dritte Generation vor. Die beiden Söhne und Mitgesellschafter Ferdinand und Leopold Seitz planten fest, das Unternehmen weiterzuführen. 

Die Geschichte von Solupharm

1964 begann Dr. Hans-Jürgen Kümmell in der Aesculap-Apotheke für die B. Braun Melsungen AG als Lohnhersteller tätig zu werden. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte Kümmell an der Bahnhofstraße ein mittelständisches Unternehmen, das sich auf die Lohnfertigung kleiner und mittlerer Chargengrößen steriler Arzneimittel spezialisiert hat. Die Besonderheit war und ist, dass es sich ausschließlich um Arzneien handelt, die in Glasampullen und Glasvials (Fläschchen) abgefüllt werden. 

Die Solupharm ist auch heute noch ein Familienunternehmen, das seit Ende der 1990er-Jahre in zweiter Generation vom Schwiegersohn des Firmengründers, Apotheker Friedemann Seitz, als geschäftsführender Gesellschafter geführt wird. Im Mittelpunkt stehen laut Firmenphilosophie die Mitarbeiter, die zum Beispiel übertarifliche Leistungen erhalten. Im Jahr 2005 zog das Unternehmen von der Bahnhofstraße an die Industriestraße. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 400 Mitarbeiter. Davon sind etwa 41 Leiharbeiter und 11 Auszubildende. Auch in der dritten Generation soll das Unternehmen in Familienbesitz bleiben, sagt Friedemann Seitz. Das Paar hat drei erwachsene Kinder.

pharmind Unternehmensprofile / Ausgabe 9/2016

Redaktionelle Berichterstattung über das Unternehmensprofil der Solupharm in der pharmind-Ausgabe 9/2016

Wirtschaftsforum – Unser Unternehmensprofil

Meister des Spagats

Portrait

Pharmaunternehmen agieren auf einem Markt, der von einem stetig größer werdenden Konkurrenzdruck bestimmt wird. Wer sich durchsetzen will, muss Herstellungsabläufe optimieren und Kosten effektiv senken. Die Solupharm Pharmazeutische Erzeugnisse GmbH aus Melsungen kennt die Bedingungen des Marktes aus dem Effeff. Das mittelständische Familienunternehmen ist einer der führenden Lohnhersteller für kleinvolumige Parenteralia.

In Melsungen befindet sich seit jeher der Hauptsitz von Solupharm.

Wasser für Injektionszwecke, Elektrolytlösungen, Vitaminzubereitungen, Schmerzmittel, pflanzliche und homöopathische Zubereitungen, sterile Betäubungsmittel – mit diesem Portfolio hat sich Solupharm insbesondere bei mittelständischen Pharmaunternehmen, die ihre Produkte weltweit vertreiben, einen Namen als zuverlässiger und kompetenter Lohnhersteller gemacht.

Rundum-Sorglos-Pakete für die Kunden

„Neben der fachlichen Kompetenz ist eine außerordentliche Flexibilität ein entscheidendes Unternehmens-charakteristikum“, betont Friedemann Seitz, der das Unternehmen in der zweiten Generation als Geschäftsführer leitet. „Der individuelle Kundenwunsch ist immer unser Maßstab. Wir kümmern uns um unsere Kunden, erarbeiten um die Wünsche herum eine Lösung und bieten ein ausgefeiltes ‘Rundum-Sorglos-Paket’ an.“

Dieses Rundum-Sorglos-Paket umfasst neben Abfüllung und Verpackung natürlich auch die komplette Analytik, einschließlich Stabilitätsuntersuchungen. Solupharm bietet etikettierte und unetikettierte Bulkware sowie fertig konfektionierte Ware in unterschiedlichsten Varianten.

Bei der Verpackung kann der Kunde zwischen Bulkware, Einzel- und Mehrfachfaltschachteln, Kunststoff- und Pappwellenteilen auswählen. Die Zubereitung erfolgt in Glasampullen von 1 bis 30 ml sowie Glasvials von 5 bis 500 ml.

Solupharm agiert auf einem Markt, der höchste Anforderungen an Fertigungsprozesse und Qualitätsstandards stellt.

Ein klarer Fokus

Die Lohnherstellung ist seit langem das Markenzeichen von Solupharm. Die Wurzeln gehen in das Jahr 1974 zurück, allerdings firmierte die Firma vorher als Aesculap-Apotheke Melsungen. Schon damals bildete die Lohnherstellung – zu der Zeit für einen großen Krankenhausversorger – den Schwerpunkt der Tätigkeiten.

„Wir sind fokussiert und technisch auf dem neuesten Stand.“

Friedemann Seitz

Im Laufe der Zeit kristallisierte sich mit der Lohnfertigung kleiner und mittlerer Chargengrößen steriler Arzneimittel ein klares Produktportfolio heraus. Immer wieder investierte Solupharm, um Kapazitäten gezielt auszubauen. 2005 wurde ein Neubau bezogen, um den wachsenden Bedarf und die steigenden Anforderungen an die Fertigung zu erfüllen. Mittlerweile gibt es bereits vier Anbauten.

„Wir hatten immer eine sehr hohe Investitionsbereitschaft“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Friedemann Seitz. „Das war letztlich entscheidend. Andere, die dies nicht hatten, sind inzwischen vom Markt verschwunden. Wir agieren hier in einer Nische, in der längst eine Bereinigung stattgefunden hat. Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem sehr großen Anforderungsprofil auf der einen Seite und dem hohen Kostendruck, dem Arzneimittel ausgesetzt sind, auf der anderen. Es ist oft ein wahrer Spagat. Wir müssen zahlreiche gesetzliche Bestimmungen erfüllen, benötigen eine entsprechende technische Ausrüstung von Reinräumen und müssen unsere Mitarbeiter laufend schulen. Das heißt, die Rendite ist schmaler, man braucht die richtige Balance zwischen Investition und Ergebnis. Weil viele Unternehmen diese notwendigen Investitionen scheuen, verzeichnen wir einen Kundenzuwachs. Wir sind fokussiert und technisch auf dem neuesten Stand, das ist ein Pluspunkt auf dem Markt. Auch zahlreiche Reformen und Kürzungen haben unsere Auftragsbücher weiter gefüllt.“

Abfüllungen erfolgen je nach Kundenwunsch in unterschiedlichen Größen und Materialien.

Fachliche Kompetenz in Einklang mit ausgeprägten Soft Skills

Am Standort Melsungen sind heute 280 Mitarbeiter für Solupharm tätig, der Umsatz lag 2012 bei 40 Millionen EUR. Auch wenn die meisten Stammkunden in Deutschland ansässig sind, bilden Dänemark, die Niederlande, Italien und Frankreich weitere wichtige Absatzmärkte.

Um die führende Marktposition auszubauen, wird Solupharm auch künftig die Produktivität steigern, Prozesse optimieren und den Automatisierungsgrad erhöhen. Chancen sehen die Melsunger vor allem auf besonders anspruchsvollen Märkten wie dem US-Markt mit seinen strikten gesetzlichen Auflagen und Gebühren, die für viele große Einstiegshürden bilden.

„Für Massenprodukte wird es eher eine Abwärtsspirale geben, maximal eine Stabilisierung“, so Friedemann Seitz. „Wir sehen uns ganz klar als Exklusivanbieter für sterile Arzneimittel. Es gibt Überlegungen, stärker im Ausland aktiv zu werden und eventuell eine Fertigungsstätte in Russland zu etablieren. Wir werden auf jeden Fall ein Dienstleistungsbetrieb bleiben. Weil wir immer anspruchsvollere und komplexere Projekte bekommen, brauchen wir neben der Fertigungskompetenz immer stärker eine hohe Analytikkompetenz. Hier werden wir uns weiter aufstellen. Wir gehören bereits zu den führenden Lohnherstellern Europas, allerdings in klassischen Gebieten. Wir werden auch künftig keine ‘Biologicals’ herstellen, die doch nach wie vor einem sehr begrenzten Patientenkreis zukommen. Wir bleiben ein Familienbetrieb, werden unsere Eigenständigkeit wahren und uns durch unsere ausgeprägten Soft Skills vom Markt unterscheiden. Wir werden auch weiterhin den Spagat meistern, den der Markt von uns fordert.“

Solupharm setzt auf Mitarbeiter – 40 Millionen Euro Umsatz mit 280 Angestellten

Ein heimlicher Champion

HNA vom 15.08.2013

Im Hintergrund: Friedemann Seitz, im Bild am Firmensitz in Melsungen, drängt nicht an die Öffentlichkeit. Der Chef von Solupharm bleibt auch mit seinem Unternehmen gerne im Hintergrund. Der Lohnhersteller produziert Arzneien in Ampullen. Fotos: Dewert
Im Hintergrund: Friedemann Seitz, im Bild am Firmensitz in Melsungen, drängt nicht an die Öffentlichkeit. Der Chef von Solupharm bleibt auch mit seinem Unternehmen gerne im Hintergrund. Der Lohnhersteller produziert Arzneien in Ampullen. Fotos: Dewert

Melsungen. Bemerkenswert und herzlich. Das beschreibt die Melsunger Firma Solupharm. Geradezu angenehm wird man umfangen von freundlichen Mitarbeitern, hellen Räumen, Kunst und Betriebsamkeit.

Im Schatten des ehemals größten Auftraggebers, der B. Braun Melsungen AG, ist Solupharm seinen Kinderschuhen entwachsen. In einer der modernsten Fertigungsanlagen in Deutschland entstehen Parenteralia, Glasampullen mit Arzneimitteln in steriler Umgebung.

„Wir produzieren für mehr als 80 Kunden weltweit Infusionen und Injektionen“, sagt Friedemann Seitz, Eigentümer in der 2. Generation. Und das macht der Lohnhersteller ausgezeichnet: das Unternehmen ist FDA-zertifiziert. Die FDA (Food and Drug Administration), ist die behördliche Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten. Einer der strengen Ermittler adelte Solupharm zum Abschluss der Untersuchung mit der Aussage: „Ich würde ihre Produkte meinen Kindern geben.“

Seitz und Solupharm setzen auf Understatement und bleiben gern im Hintergrund: Im Auftrag von beispielsweise Hexal und Ratiopharm stellt das Melsunger Unternehmen die sterilen Arzneien her und befüllt sie in ebensolche Behältnisse.

So steril die Produkte sind, so persönlich soll der Umgang untereinander sein. „Für uns steht der Mitarbeiter als Mensch im Mittelpunkt“, sagt der 53-jährige Seitz. Der respektvolle Umgang miteinander steht daher natürlich in den Unternehmensleitlinien.

160 Millionen Ampullen und 16 Millionen Injektionsflaschen verlassen jährlich den Standort. „Wir hatten tolle Boom-Jahre. Jetzt wollen wir kämpfen, den Umsatz zu halten“, sagt Pharmazeut Seitz. Der Umsatz beträgt derzeit 40 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote ist mit 80 Prozent ausgezeichnet. In den beiden kommenden Jahren soll der Standort an der Industriestraße wachsen: Sieben Millionen Euro investiert Solupharm in die Logistik und Verpackung – es wird der 5. Erweiterungsbau.

Die Keimzelle von Solupharm ist an der Bahnhofstraße. Von dort zog das Unternehmen 2007 ins Industriegebiet Pfieffewiese um. Am alten Standort betreibt Eva Seitz die Aesculap-Apotheke. 1964 gründete ihr Vater dieselbe und aus ihr ging das Unternehmen Solupharm hervor.

Von Damai D. Dewert